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Samstag, 15.09.2018 (37. KW)
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Neubau für die Kinder- und Jugendhilfe in Münchberg

Wohngruppe Muenchberg

In Münchberg eröffnet die Kinder- und Jugendhilfe einen Neubau. Hier zieht eine Wohngruppe ein. Kinder, die Hilfe benötigen, finden ein Zuhause außerhalb der Familie.


Ein komplett umgestaltetes und in großen Teilen sogar vollständig neu errichtetes Haus, das eine Wohngruppe der evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Münchberg beherbergt, hat gestern Dekan Erwin Lechner geweiht. Außerdem übergab er das Haus dem Träger, der Gemeindediakonie. An der Feier nahmen zahlreiche Ehrengäste teil. Dank großzügiger Unterstützung durch die Glücksspirale, die Aktion Sternstunden vom Bayerischen Rundfunk und die Oberfrankenstiftung war der Umbau dieser heilpädagogischen Betreuungsstätte für Kinder und Jugendliche, die aus diversen Gründen
derzeit nicht in einer Familie leben können, machbar. Die Wohngruppe gehört zum in der Dr.-Martin-Luther-Straße befindlichen Kinderheim Münchberg, das vor 130 Jahren als Waisenhaus gegründet wurde. Seit Ende der 1970er-Jahre kümmerten sich im jetzt renovierten Gebäude in der Schubertstraße Mitarbeiter der Diakonie zunächst um Jugendliche auf dem Weg ins Berufsleben und danach um dort untergebrachte Kinder. Derzeit betreuen vier Pädagogen und eine hauswirtschaftliche Mitarbeiterin sechs Mädchen und Jungen vor Ort. Das vorher genutzte Haus an gleicher Stelle entsprach in vielen Bereichen nicht mehr den sicherheitstechnischen Anforderungen, weshalb sich die Verantwortlichen Alternativen überlegten. Nach Besichtigung anderer möglicher Unterkünfte landete man doch wieder an alter Stelle und beschloss, das Gebäude mit der Hausnummer 21 bis auf den Keller abzubrechen, neu zu bauen und zu erweitern.


Nach siebenjähriger Planungs-und Bauzeit entstand ein gelungenes Objekt, für das die Bauherrn viel Lob erhielten. „Für die Mädchen und Jungen ist dies ein ideales Umfeld, in denen ihnen geholfen wird und in dem sie auch geschützt sind“, stellte Dekan Erwin Lechner fest. Und: „Kinder brauchen Vorbilder, aber Kinder sind auch Vorbilder, wenn es beispielsweise um Vertrauen geht. Sie gehen offen aufeinander zu.“ Umso wichtiger sei es, dass Kinder Ansprechpartner haben, wenn sie
nicht in Familien aufwachsen können. Zwischen den von einem aus Mitarbeiter der Diakonie bestehenden Bläserensemble vorgetragenen Musikstücken und dem von den jungen Bewohnern gesungenem Lied „Hier ist dein Haus“ stellten Redner in ihren Grußworten die Notwendigkeit der Hilfe für junge Leute heraus.


Dr. Kathrin Degmair vom BR hatte einen Scheck in Höhe von 215 000 Euro aus Spenden der Aktion Sternstunden mitgebracht und freute sich besonders über das Ständchen der Kinder. „Da sind Unterhaltungspotential und guter Geist vorhanden, da kommen wir auch mal mit der Kamera vorbei“, sagte sie. Ebenfalls 215 000 Euro steuerte die Oberfrankenstiftung zur Finanzierung des Neubaus bei. Oberregierungsrätin Sabine Kerner von der Regierung von Oberfranken lobte das architektonisch ansprechende Gebäude, doch auch das darin umgesetzte heilpädagogische Konzept findet sie überzeugend. „Nicht die Gruppe steht im Fokus, sondern jedes einzelne Kind erhält persönliche Förderung.“ Eine gute Sache sei auch der seitens der Mitarbeiter mit den Eltern betriebene Informationsaustausch und ein eigens geschaffener Wohnbereich, in dem die Kinder die
Beziehung zu ihren Müttern und Vätern pflegen können. „Es ist zwar traurig, dass es in unserer Gesellschaft einen Bedarf an Einrichtungen dieser Art gibt, aber es ist umso wichtiger, dass sie vorhanden sind.“ Den Leuten, die sich für junge Menschen einsetzen, zollte sie Respekt. Und stellte auch fest: „Während des Baus mussten nicht nur im wörtlichen Sinne Steine aus dem Weg geräumt werden, doch die Investitionen haben sich gelohnt.“ Gerhard Zeitler, Leiter des Kreisjugendamtes
Hof, bezeichnete die Kinder- und Jugendhilfe als verlässlichen Partner, der der jungen Generation
Schutz und Geborgenheit bietet. Der Bedarf an Kindern, die diese Hilfe in Anspruch nehmen müssen,
wachse stetig, zudem kommen durch minderjährige unbegleitete Flüchtlinge weitere Herausforderungen auf die Behörden zu. Architekt Dietrich Scheler berichtete vom nicht einfachen Weg von der Planung bis zur Fertigstellung der Unterkunft; dabei blieb man im festgesetzten
Zeitrahmen. Er erwähnte das harmonische Miteinander mit den Verantwortlichen der Einrichtung,
für die es sicher auch nicht immer leicht war, während der Bauphase passende Ausweichquartiere zu finden. Renate Müller, die Leiterin des Kinderheims, bedankte sich schließlich bei den Nachbarn für deren jederzeit gezeigtes Verständnis. Eine beträchtliche Spende in Höhe von 300 000 Euro gab es auch seitens der Glücksspirale, für die Lotto-Bezirksstellenleiter Ulrich Krückel an der Veranstaltung teilnahm, und auch die Bayerische Landesstiftung beteiligte sich mit einem Zuschuss an den Kosten des Baus und des neu angelegten Gartens.

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