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Samstag, 10.11.2018 (45. KW)
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Instandsetzung der Nord-Ost-Fassade des Gerlachbaus in Berlin-Mitte

Anatomische Theater in Berlin-Mitte
Nord-Ost-Fassade des sogenannten Gerlachbaus
Von links: Dr. Jan Raue (Dipl.-Restaurator), Thomas Dumke (Presse-sprecher LOTTO Berlin), Ute Richter-Sepke (Stellv. Abteilungsleitung Technische Abteilung Humboldt-Universität zu Berlin), Dr. Beatrix Beh-rends-Steins (Kuratorium Berlin der Deutsche Stiftung Denkmalschutz), Thomas Müller (Architekt) und Eckehard Wesselmann (Deutsche Stif-tung Denkmalschutz)

Dank der treuhänderischen Stiftung Anatomisches Theater in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) konnte Dr. Beatrix Behrends-Steins vom Kuratorium Berlin der DSD im Beisein von Beatrice Rügge und Thomas Dumke von LOTTO Berlin am 3. September 2014 einen weiteren Fördervertrag für das Anatomische Theater in Berlin-Mitte überbringen. Damit stehen weitere 223.000 Euro für die Instandsetzung der Nord-Ost-Fassade des sogenannten Gerlachbaus zur Verfügung. Den Vertrag nimmt Ute Richter-Sepke von der HU Berlin in Anwesenheit von Architekt Thomas Müller entgegen.

1789/1790 wurde in dem von Friedrich Wilhelm II erworbenen ehemali-gen Reußschen Garten die erste Tierarzneischule Preußens errichtet. Der im Volksmund Trichinentempel genannte Bau ist heute das älteste erhaltene akademische Lehrgebäude Berlins. Architekt war Carl Gott-hard Langhans, der auch das Brandenburger Tor schuf. Das Gebäude entstand auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes.

er Bau erinnert an italienische Renaissancevillen wie die Rotonda von Palladio in Vicenza und das erste Anatomische Theater in Padua. Die Schlusssteine der Fensterbögen an der Außenfassade bilden Rinderschädel, die auf das Geschehen im Inneren des Gebäudes hinweisen. Im kreisrunden Hörsaal steigen die Sitzreihen hinter Holzgeländern amphitheatrisch an. Die vier Reihen des kreisbogenförmigen Hörsaalgestühls sind bis heute original. Die Kuppel ist plastisch ausgemalt. Durch die zentrale Laterne der Kuppel fiel das Tageslicht zur Ausleuchtung des Saals ein. Im Saalboden des Erdgeschosses gab es eine Öffnung, durch die ein Hubtisch aus dem darunter gelegenen Präpariersaal die Tierkadaver in den Vorlesungsraum beförderte. Aus Lindenholz geschnitzte Pferdeschädel prangen über den Fenstern des Saals. In der Bibliothek nebenan schmücken glänzend polierte geschnitzte Ziegenschädel und Rosengirlanden die originalen Langhansschränke.

Von 1873 bis 1875 wurde der sogenannte Gerlachbau an den Langhansbau angebaut. Aufgrund der zunehmend wachsenden Bedeutung des Fachs Pathologische Anatomie unter Ernst Friedrich Gurlt wurde die pathologisch-anatomische Präparatesammlung so vergrößert, dass der Direktor der Tierarzneischule Andreas Christian Gerlach 1873 den Erweiterungsbau im Süden veranlasste. Das Obduktionsgebäude schließt direkt an das Zootomie-Gebäude an und ist mit einem Verbin-dungsbau im Obergeschoss verbunden. Der Baumeister Julius Em-merich übernahm die Architekturformen der klassizistischen Fassadengestaltung des Langhansbaus.

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