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Samstag, 17.11.2018 (46. KW)
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30.000 Euro für die Außensanierung des Kirchschiffs der Martin-Luther-Gedächtniskirche in Tempelhof

Martin-Luther-Gedächtniskirche in Tempelhof
Martin-Luther-Gedächtniskirche in Berlin
Copyright: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn, Hannelore Schmelzer

Erneut kann die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank der Erträgnisse der GlücksSpirale die Instandsetzungsarbeiten an der Martin-Luther-Gedächtniskirche in Berlin-Marienfelde unterstützen. Anlässlich der Vertragsausfertigung überbrachte Julia Beier vom Ortskuratorium Berlin der (DSD), im Beisein von Lutz Trabalski von LOTTO Berlin am 9. August 2015 bei einem Ortstermin einen symbolischen Fördervertrag in Höhe von 30.000 Euro an Pfarrer Hans-Martin Brehm. In diesem Jahr können damit die Arbeiten der Außensanierung des Kirchenschiffs abgeschlossen werden.    

Die Gestaltung der Außenfassade im Stil der neuen Sachlichkeit ent-stand nach Planungsentwürfen des Architekten Dr. Curt Steinberg Ende der 1920er Jahre. Der Bau ist außen wie innen mit gelbbraunen Klinkern unterschiedlicher Färbung und Formate verkleidet. Ein massiver rechteckiger Turm, dessen Glockengeschoss, ein durchbrochenes ova-les Oberteil, auf einem ebenfalls durchbrochenen kreisrunden Aufsatz ruht, akzentuiert das monumentale Erscheinungsbild der einschiffigen Kirche. Der knapp 50 Meter hohe, sich zuspitzende Turm endet in einer Laterne. Im Inneren besitzt das Gebäude mit der halbrunden Apsis für rund 1.200 Menschen Sitzplätze. Die Längsseiten des Kirchenschiffs tragen acht, den Altarraum an der Südseite neun Pfeiler. Der Fußboden des tonnenüberwölbten Saalbaus senkt sich leicht zum Altar hin. Der reichhaltige plastische Ausstattungsschmuck stammt aus der Entste-hungszeit und nimmt militärische und bereits nationalsozialistische Motive auf.    

NS-Motive, die sich vorwiegend an den Apsisbögen und am Triumph-bogen befanden, wurden unmittelbar nach dem Krieg entfernt. Doch ist die Erhaltung der geschnitzte, einen Stahlhelm darstellende Außenman-tel der Kanzel und der mit dem Eisernen Kreuz dekorierte Leuchter wei-terhin nicht unumstritten. Auch die Walcker-Orgel mit ihren 50 Registern und 3.300 Pfeifen wurde 1935 auf dem Reichsparteitag in Nürnberg eingeweiht, bevor sie in der Kirche aufgestellt wurde. Heute wird der missbrauchte Kirchenbau nur noch zu besonderen Gottesdiensten und kirchenmusikalischen Veranstaltungen genutzt. Dank der Sanierungs-arbeiten der letzten Jahre und der Debatte um die Erhaltungswürdigkeit von Bauten dieser Zeit konnte eine breite Diskussion um den Umgang mit diesem schweren Erbe vorangetrieben werden.    

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die notwendi-gen Sanierungsmaßnahmen an dem geschichtsträchtigen Bauwerk mit seiner Mahnkraft bereits seit 2010. Die Kirche ist eines der über 160 Projekte, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spen-den und Mittel der GlücksSpirale bisher allein in Berlin unterstützen konnte.

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